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Warnstreik im Sozial- und Erziehungsdienst am 20.04.2015

Sozial- und Erziehungsdienst

Warnstreik im Sozial- und Erziehungsdienst am 20.04.2015

Soziale Berufe aufwerten

ver.di rechnet am Montag mit über 8.000 Streikenden in Stuttgart, voraussichtlich über 700 Einrichtungen im Land geschlossen

Wie bereits angekündigt ruft ver.di in der Tarifrunde für den Sozial- und Erziehungsdienst am kommenden Montag in Baden-Württemberg landesweit zu Warnstreiks auf. Damit will die Gewerkschaft den Druck auf die Arbeitgeber während der vorerst letzten zweitägigen Verhandlungsrunde am gleichen Tag in Offenbach deutlich erhöhen. Zu der zentralen süddeutschen Kundgebung mit Frank Bsirske erwartet ver.di über 8.000 Streikende aus ganz Baden-Württemberg sowie aus Bayern, die mit über 140 Bussen in die Landeshauptstadt kommen. Im Land ist damit zu rechnen, dass über 700 Einrichtungen, vor allem Kindertagesstätten, geschlossen bleiben. Die Eltern wurden wie üblich bereits frühzeitig informiert.

Dagmar Schorsch-Brandt, stellvertretende ver.di Landesbezirksleiterin: „Die Arbeitgeber spielen auf Zeit. Sie riskieren mit dieser Taktik einen längeren Streik und instrumentalisieren damit Eltern, Kinder, Klienten und Schutzbedürftige für ihr Ziel: Die überfällige Aufwertung dieses Berufsfeldes auf den Sankt Nimmerleinstag zu verschieben.“

ver.di ruft wie folgt vor Ort zu Warnstreiks auf:

Mittelbaden-Nordschwarzwald
Betroffen ist die Stadt Karlsruhe mit ihren Kindertagesstätten, Horten und Sozialen Diensten. In Pforzheim das Jugendamt des Landratsamt Enzkreis und die städtischen Kindertagesstätten und die Sozialen Dienste, die Stadt Calw und einige Gemeinden aus dem Enzkreis. Insgesamt werden voraussichtlich 60 Einrichtungen geschlossen bleiben.
Kontakt: Thorsten Dossow 0170 8595652

Ablaufplan für die Kundgebung und Demonstration am 20. April

Sammeln und Auftaktkundgebung Lautenschlagerstraße
(Höhe: Palast der Republik bis Kreuzung Kronenstraße); Sammlungspunkt bis 11.30 Uhr; Auftaktkundgebung: 11.30 Uhr bis 11.45 Uhr

Demonstrationszug:
ab 11.45 Uhr bis 12.30 Uhr über: Friedrichstraße (entgegen der Fahrtrichtung), Theodor-Heuss-Straße, Rotebühlplatz, Eberhardstraße, Marktplatz, Münzstraße, Karlsplatz, Schlossplatz

Hauptkundgebung Schlossplatz (vor dem Gebäude bisher Commerzbank):
Beginn: 12.30 Uhr, Ende: 14.00 Uhr

Es  spricht der ver.di Vorsitzende Frank Bsirske. Vor und nach seiner Rede findet eine Rote Teppich Aktion, auf der die betroffenen Beschäftigten im Mittelpunkt stehen, statt.

ver.di fordert eine Neuregelung der Eingruppierungsvorschriften und Tätigkeitsmerkmale, die für die rund 240.000 Beschäftigten im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst zu Einkommensverbesserungen von durchschnittlich zehn Prozent führen würden. Zum kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst gehören unter anderem Erzieherinnen und Erzieher, Sozialarbeiterinnen, Sozialpädagogen, Fachkräfte für Arbeits- und Berufsförderung und Heilerziehungspflegerinnen in der Behindertenhilfe, Kinderpflegerinnen sowie Heilpädagogen.

ver.di bekräftigt die Forderungen nach einer nachhaltigen Aufwertung von Berufen im Sozial- und Erziehungsdienst. Die Arbeit mit und für Menschen habe endlich mehr Anerkennung verdient.

Indirekt profitieren von einem Tarifergebnis mit den kommunalen Arbeitgebern auch die mehr als 500.000 Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst bei freien und kirchlichen Trägern.