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    Das Jobwunder-Märchen

    Wirtschaftspolitik

    Das Jobwunder-Märchen

    wipo aktuell (12/2013)

    Im Wahlkampf wirbt Angela Merkel mit guten Arbeitsmarktzahlen: So viele Jobs wie noch nie und die niedrigste Arbeitslosigkeit seit 20 Jahren.

    23.08.2013 | Doch was steckt dahinter? Seit 2000 entstanden über drei Millionen geringfügige Jobs und Teilzeitstellen. Dazu eine halbe Million überwiegend prekäre Existenzgründungen. Das Arbeitsvolumen ist mit 58 Milliarden Stunden genau so groß wie zur Jahrtausendwende.

    Vollzeitbeschäftigte dagegen gibt es heute eineinhalb Millionen weniger. Davon sind mittlerweile fast eine Million Leiharbeiter. Knapp die Hälfte der Neueinstellungen erfolgt nur befristet. Fast ein Viertel der Beschäftigten schuftet für einen Niedriglohn.

    Auch die guten Arbeitslosenzahlen sind mehr Schein als Sein. Fast eine Million werden nicht mehr mitgerechnet: Ein-Euro-Jobber, Erwerbslose über 58 Jahre, Arbeitslose in Maßnahmen etc. Zudem gibt es über zwei Millionen Teilzeitbeschäftigte, die gerne länger arbeiten würden. Damit fehlen in Wirklichkeit fast sechs Millionen Vollzeitarbeitsplätze.

    So löst sich das Jobwunder von Merkel und von „Agenda 2010“-Kanzler Schröder in Luft auf. Was bleibt, sind Millionen schlecht bezahlte und unsichere Jobs. Zeit für einen Politikwechsel!