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    Solidarisch gegen Willkür

    ver.di NEWS

    Solidarisch gegen Willkür

    Ausgabe (12/2014)
    ver.di NEWS (12/2014) ver.di ver.di NEWS (12/2014)  – Solidarisch gegen Willkür

    Immer mehr Unternehmen ignorieren Recht und Gesetz

    Schikanen gegen Beschäftigte, die sich im Betrieb gewerkschaftlich engagieren, hat es schon immer gegeben, aber in den letzten Monaten häufen sie sich. Immer mehr Arbeitgeber ignorieren schlicht und einfach Recht und Gesetz.

    Beispiel München – Hier sitzt die Firma stylebop.com, nach eigenen Angabender „weltweit führende online Shop für hochwertige Designermode“. Sie zählt sich zu den „Trendsettern der Branche“. Doch zum Trend scheinen Gewerkschaften nicht zupassen, zumindest nicht nach Meinung der Eigentümer Mario und Thorsten Eimuth. Die Brüder haben jetzt zwei Beschäftigte entlassen, von denen sie vermuten, dass sie ver.di-Mitglieder sind.

    Damit reagieren sie auf Flugblätter, die ver.di Anfang September an die rund 280 Beschäftigten verteilt hat.Darin prangert die Gewerkschaft zum Beispiel an, dass die Angestellten teilweise ohne Bezahlung arbeiten müssen und Überstunden oft nur kurzfristig angeordnet werden. EinBetriebsrat könnte hier Abhilfe schaffen. Wenige Stunden nach der Verteilaktion wurde zwei Beschäftigte gekündigt und sie wurden sofort von der Arbeit „freigestellt“, weil die Chefs vermuten, dass sie die Initiatoren der Flugblatt-Aktion waren.

    Beispiel Dorsten-Rhade – Elf Beschäftigte einer privaten Pflegeeinrichtung im westfälischen Dorsten wurden fristlos entlassen, nachdem sie die zuständige Heimaufsicht über ihre Überlastungsanzeige informiert hatten. Durch organisatorische Mängel und ständige Personalfluktuation fühlten sie sich ausgelaugt und überfordert. Einen Betriebsrat gibt es nicht, wie auch in vielen anderen Pflegeeinrichtungen. Gerade die privaten Arbeitgeber weigerten sich oft, Tarifverträge anzuerkennen, berichtet ver.di-Vorstandsmitglied Sylvia Bühler. Doch sie könnten Schutz bieten, und Betriebsräte könnten für ihre Einhaltung und bessere Arbeitsbedingungen sorgen.

    Beispiel Wiesloch – Die in der Nähe von Heidelberg ansässige Volksbank Kraichgau versucht, ihren Betriebsratsvorsitzenden Torsten Wacker fristlos zu entlassen. Angeblich habe er sich bei seiner Arbeit in der Wertpapierabteilung unrechtmäßig Provisionen zugeschrieben („ver.di news“ berichtete). Doch es drängt sich der Verdacht auf, dass hier ein engagierter Kollege mundtot gemacht werden soll, denn der Betriebsratsvorsitzende der Volksbank Kraichgau ist einer von zweien bundesweit, die sich juristisch gegen einen mit Pseudogewerkschaften abgeschlossenen Tarifvertrag zur Wehr setzen. Ende September will das Arbeitsgericht über die Kündigung entscheiden.

    Diese drei willkürlich ausgewählten Beispiele zeigen,wie wichtig es ist, sich in einer solidarischen Gemeinschaft wie ver.di aktiv zu sein.
    Denn gegen Willkür muss man sich wehren können.

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    in den aktuellen ver.di NEWS (12/2014)