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    Raabs Schuldenrechnung

    Wirtschaftspolitik

    Raabs Schuldenrechnung

    wipo aktuell (14/2013)

    12.09.2013 | Im TV-Duell von Merkel und Steinbrück hatte Moderator Stefan Raab eine famose Idee: Der Staat könne doch sofort anfangen seine Schulden zurückzuzahlen. Jeden Monat eine Milliarde.

    Was für Bürgerinnen und Bürger richtig sein mag, ist für ein Land aber ein Problem. Denn in den Schulden des Staates stecken auch unsere Ersparnisse. Wenn der Staat seine Schulden zurückzahlt, müssen Sparer und Anleger jemand anderen finden, der sich verschuldet.

    Bereits heute ist es schwer, sichere Anlagen zu finden. Das merken Beschäftigte mit kleinen Ersparnissen ebenso wie Rentenversicherer, die auf die versprochene Garantieverzinsung kommen wollen.

    Fängt der Staat nun auch noch an, seine Schulden zu tilgen, wird’s noch enger. Auch Unternehmen machen heute oft so hohe Gewinne, dass sie keine Kredite für Investitionen brauchen. Für Sparer und Anleger bleiben vor allem Aktien und Auslandsanleihen. Alles sehr riskant.

    Wenn schon Verschuldung abgebaut werden soll, darf nicht noch weiter gekürzt werden. Stattdessen müssen die Vermögen reicher Anleger stärker besteuert werden. Auch aus ökonomischen Gründen. Dann gibt es weniger Kapital, das nach Anlage, also Schuldnern sucht. Nur so kämen die öffentlichen Haushalte ins Lot, ohne die Lebensbedingungen künftiger Generationen zu ruinieren.