Handel

    Droht ein heißer Herbst?

    Tarifrunden Handel BaWü 2021

    Droht ein heißer Herbst?

    Tarifverhandlungen im baden-württembergischen Einzel- und Versandhandel
    Ohne uns kein Geschäft ver.di Ohne uns kein Geschäft  – Tarifrunden Handel 2021


    Vor den Sommerferien keine Lösung in Sicht

    Viel Bewegung in Betrieben und auf der Straße durch bundesweite Aktionen, Warnstreiks und Streiks, aber keine Bewegung bei den Tarifverhandlungen im ganzen Land. Die Arbeitgeber bleiben bei ihrem völlig unzureichenden Angebot, das für „Unternehmen, die gut durch die Pandemie gekommen sind“ bei einer Laufzeit von 36 Monaten drei Erhöhungsschritte vorsieht: 2,0 % nach 2 Nullmonaten zum 1. Juni 2021, 1,4 % zum 1. April 2022 und 2,0 % zum 1. April 2023. Zum 1.9.2021 soll es eine Einmalzahlung in Höhe von 300 € geben.

    In „Unternehmen, die von den Pandemieauswirkungen betroffen wurden“ soll es diese Erhöhungsschritte erst nach 10 Nullmonaten zum 1. Februar 2022, nach weiteren 6 Nullmonaten zum 1. Oktober 2022 und nach nochmal 6 Nullmonaten zum 1. Oktober 2023 geben. Dabei ist nach wie vor völlig unklar, nach welchen Kriterien entschieden werden soll, wer „von der Pandemie betroffen“ sein soll.

    ver.di hat dieses Angebot zurückgewiesen. Es liegt erheblich unter den prognostizierten Teuerungsraten und würde deshalb reale Lohnsenkungen für alle Beschäftigten bedeuten, für viele sogar völlig unzumutbare Belastungen! Nun versuchen die Arbeitgeber, die Streiks und Proteste mit „freiwilligen Vorweganhebungen“ einzudämmen.

    Ohne Druck werden sich die Arbeitgeber nicht bewegen.
    Deshalb: Wir kämpfen weiter!

    Wir kämpfen weiter für unseren Tarifvertrag!

    Viele Unternehmen haben jetzt entsprechend der Empfehlung des Arbeitgeberverbands „freiwillige“ Entgelterhöhungen um 2 % in Aussicht gestellt. Was ist von diesen „freiwilligen Vorweganhebungen“ zu halten?

    „Freiwillig“ sind sie nicht, sondern der Versuch, die zahlreichen Streiks im gesamten Bundesgebiet einzudämmen.

    Man sieht: Der Druck hat gewirkt! Klar ist aber auch: Sie sind der Versuch, unsere Gewerkschaft zu schwächen. Mit diesem Ziel ist schon Kaufland gescheitert, wo sogar 3 % geboten werden. Die Beschäftigten wissen jedoch: Nur das, was im Tarifvertrag abgesichert ist, zählt! Vorweganhebungen sind nicht rechtssicher – sondern willkürlich und widerrufbar. Ohne Tarifvertrag bleiben die dringend nötigen Entgelterhöhungen der Gnade der Arbeitgeber überlassen. Dazu kommt: 2 % sind viel zu wenig! Sie reichen nicht aus, die gestiegenen Lebenshaltungskosten auszugleichen und bedeuten deshalb realen Lohnverlust!

    Nächster Verhandlungstermin: 16. September