Gesundheit und Soziales

    ver.di erreicht neben Gehaltssteigerungen weitere Verbesserungen

    Helios Kliniken

    ver.di erreicht neben Gehaltssteigerungen weitere Verbesserungen

    Tarifergebnis mit der Helios Klinik für Herzchirurgie Karlsruhe GmbH nach langwierigen Verhandlungen erzielt
    Warnstreiks im öffentlichen Dienst am 07.10.2020 in Reutlingen Pascal Klein ver.di erreicht neben Gehaltssteigerungen weitere Verbesserungen


    Nach insgesamt sechs Verhandlungstagen und vier Streiktagen konnte ver.di am Freitag eine Tarifeinigung mit der Helios Klinik für Herzchirurgie Karlsruhe erzielen. Beide Seiten verhandeln seit zwei Monaten neue Eingruppierungsregelungen und die Vergütungen. Die Einigung sieht Verbesserungen in der Eingruppierung und Steigerung der Vergütungen vor, so dass im Gesamtumfang ein Ergebnis von mindestens neun Prozent und mehr Urlaubstage bei einer Laufzeit von 24 Monaten erreicht werden konnte.

    „Das Gesamtpaket kann sich sehen lassen. Eine besondere Herausforderung war, einige Berufe endlich auf das Gehaltsniveau der Nachbarklinik, dem Städtischen Klinikum Karlsruhe, zu heben. Das haben wir Dank der großen Unterstützung aus der Belegschaft geschafft", so Yvonne Baumann, ver.di-Verhandlungsführerin: „Insbesondere die Vergütungsverbesserungen für den nichtpflegerischen Bereich haben die Einigung nun möglich gemacht. Hier hatte das Haus seit Jahren auf Kosten der Beschäftigten sparen können.“

    Mit neuen Eingruppierungsregelungen werden die Einstiegsvergütungen künftig an der Helios Klinik für Herzchirurgie Karlsruhe GmbH angehoben, um so attraktiver für Berufseinsteiger*innen und Fachkräfte zu werden. Zudem wurden viele Berufe aufgewertet, um bestehende Gehaltsdifferenzen im Vergleich zu den umliegenden Kliniken im Landkreis zu beseitigen. Hierfür traten die Beschäftigten insgesamt vier Tage in den Arbeitskampf.

    Zusätzlich werden die Vergütungen der Beschäftigten in drei Stufen um 4,3 Prozent erhöht. Für die Auszubildenden wird es in zwei Schritten eine Vergütungserhöhung von insgesamt mehr als 200 Euro geben. Sie profitieren zusätzlich von der neuen Urlaubsregelung, nach der ab dem kommenden Jahr alle Beschäftigten mindestens 30 Tage Erholungsurlaub erhalten.

    Im Besonderen war die letzte Verhandlungswoche sehr turbulent. Erst ein Verhandlungsmarathon von 14 Stunden am 30. Juli, dann ein Streik, den die Arbeitgeberin zum Anlass nahm die Verhandlungsgespräche am 5. August abzusagen. Daher musste ver.di den Streik vorzeitig aussetzen, um überhaupt weiter verhandeln zu können.

    Baumann: „Unsere Kolleginnen und Kollegen haben dann eine starke Begrüßung der Arbeitgeberseite am fünften Verhandlungstag durchgeführt, um den Unmut aller Beschäftigten im Haus zu verdeutlichen.“ Daraufhin hat die Gegenseite die Verhandlungen abermals abgebrochen. Erst in einem weiteren Gespräch am Folgetag konnte dann eine Einigung erzielt werden.

    „Wir sind der Auffassung, dass wir das bestmögliche Ergebnis erreicht haben. Wir werden bei den Kolleginnen und Kollegen um Zustimmung werben“, so Andrea Geiser, Mitglied der ver.di-Tarifkommission.

    ver.di wird in den kommenden Wochen eine Mitgliederbefragung zur Tarifeinigung durchführen.